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Auswanderungslied
Unsre Fürsten hatten viel versprochen, Doch das Halten schien nicht ihre Pflicht. Haben wir denn nun soviel verbrochen, daß sie hielten ihr Versprechen nicht?
Schlimmer wird es jetzt von Tag zu Tage, Schweigen ist nur unser einzig Recht: Untertanen ziemet keine Klage, Und gehorchen muß dem Herrn der Knecht.
Unsre Brüder werden ausgewiesen, Mehr als alles Recht gilt Polizei. Heute trifft es jenen, morgen diesen, Jeder, jeder Deutsch' ist vogelfrei.
Deutsche Freiheit lebet nur im Liede, Deutsches Recht, es ist ein Märchen nur. Deutschlands Wohlfahrt ist ein langer Friede - Voll von lauter Willkür und Zensur.
Darum ziehn wir aus dem Vaterlande, Kehren nun und nimmermehr zurück, Suchen Freiheit uns am fremden Strande - Freiheit ist nur Leben, ist nur Glück.
Das Lied der Deutschen
Helgoland 26. August 1841
Deutschland, Deutschland über alles, Über alles in der Welt, Wenn es stets zum Schutz und Trutze Brüderlich zusammenhält, Von der Maas bis an die Memel, Von der Etsch bis an den Belt - Deutschland, Deutschland über alles, Über alles in der Welt!
Deutsche Frauen, deutsche Treue, Deutscher Wein und deutscher Sang Sollen in der Welt behalten Ihren alten schönen Klang, Uns zu edler Tat begeistern Unser ganzes Leben lang - Deutsche Frauen, deutsche Treue, Deutscher Wein und deutscher Sang!
Einigkeit und Recht und Freiheit Für das deutsche Vaterland! Danach laßt uns alle streben Brüderlich mit Herz und Hand! Einigkeit und Recht und Freiheit Sind des Glückes Unterpfand - Blüh im Glanze dieses Glückes, Blühe, deutsches Vaterland.
Spatz und Katze
"Wo wirst du denn den Winter bleiben?" Sprach zum Spätzchen das Kätzchen. "Hier und dorten, allerorten", Sprach gleich wieder das Spätzchen.
"Wo wirst du denn zu Mittag essen?" Sprach zum Spätzchen das Kätzchen. "Auf den Tennen mit den Hennen", Sprach gleich wieder das Spätzchen.
"Wo wirst du denn die Nachtruh' halten?" Sprach zum Spätzchen das Kätzchen. "Laß dein Fragen, will's nicht sagen", Sprach gleich wieder das Spätzchen.
"Ei, sag mir's doch, du liebes Spätzchen!" Sprach zum Spätzchen das Kätzchen. "Willst mich holen - Gott befohlen!" Fort flog eilig das Spätzchen.
Mauskätzchen
"Mauskätzchen; wo bleibst du? Mauskätzchen, was treibst du? In unserem Häuschen Sind schrecklich viel Mäuschen: Sie pfeifen und rappeln, Sie trippeln und trappeln In Kisten und Schränken, Auf Tischen und Bänken; Sie stehlen und naschen Und will man sie haschen: Wupp! sind sie fort!"
"Du rufst mich, da bin ich! Sei still, nun beginn ich Ein Tänzchen mit allen, Das soll dir gefallen. Erst sitz' ich, Dann schleich' ich, Dann nah' ich, Dann weich' ich, Dann leg' ich mich nieder, Dann heb' ich micht wieder, Dann schwing' ich mein Schwänzchen Und schnurre zum Tänzchen, Wupp! sind sie da!
Sie tanzen im Kreise Auf närrische Weise, Hopp heiße! so munter Hinauf und herunter. Dann fass' ich beim Ohr sie, Dann werf' ich empor sie; Und fallen sie nieder, Dann fang' ich sie wieder. Und will dann die Maus doch Nun endlich ins Mausloch - Wupp! beiß' ich sie tot!"
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