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Der Abend
Die Sonne zeigt, vollendend gleich dem Helden, Dem tiefen Tal ihr Abendangesicht, (Für andre, ach! glückselgre Welten Ist das ein Morgenangesicht), Sie sinkt herab vom blauen Himmel, Ruft die Geschäftigkeit zur Ruh, Ihr Abschied stillt das Weltgetümmel Und winkt dem Tag sein Ende zu.
Jetzt schwillt des Dichters Geist zu göttlichen Gesängen, Laß strömen sie, o HErr, aus höherem Gefühl, Laß die Begeisterung die kühnen Flügel schwingen, Zu dir, zu dir, des hohen Fluges Ziel, Mich über Sphären himmelan gehoben, Getragen sein vom herrlichen Gefühl, Den Abend und des Abends Schöpfer loben, Durchströmt vom paradiesischen Gefühl. Für Könige, für Große ists geringe, Die Niederen besucht es nur - O GOtt, du gabest mir Natur, Teil Welten unter sie - nur, Vater, mir Gesänge.
Ha! wie die müden Abschiedsstrahlen Das wallende Gewölk bemalen, Wie dort die Abendwolken sich Im Schoß der Silberwellen baden;
O Anblick, wie entzückst du mich! Gold, wie das Gelb gereifter Saaten, Gold liegt um alle Hügel her, Vergöldet sind der Eichen Wipfel, Vergöldet sind der Berge Gipfel, Das Tal beschwimmt ein Feuermeer; Der hohe Stern des Abends strahlet Aus Wolken, welche um ihn glühn, Wie der Rubin am falben Haar, das wallet Ums Angesicht der Königin.
Schau, wie der Sonnenglanz die Königsstadt beschimmert Und fern die grüne Heide lacht; Wie hier in jugendlicher Pracht Der ganze Himmel niederdämmert; Wie jetzt des Abends Purpurstrom, Gleich einem Beet von Frühlingsrosen, Gepflücket im Elysium, Auf goldne Wolken hingegossen, Ihn überschwemmet um und um.
Vom Felsen rieselt spiegelhelle Ins Gras die reinste Silberquelle Und tränkt die Herd' und tränkt den Hirt; Am Weidenbusche liegt der Schäfer, Des Lied das ganze Tal durchirrt Und wiederholt im Tale wird. Die stille Luft durchsumst der Käfer; Vom Zweige schlägt die Nachtigall, Ihr Meisterlied macht alle Ohren lauschen, Bezaubert von dem Götterschall Wagt itzt kein Blatt vom Baum zu rauschen, Stürzt langsamer der Wasserfall. Der kühle West beweht die Rose, Die eben itzt den Busen schloße, Entatmet ihr den Götterduft Und füllt damit die Abendluft.
Ha, wie es schwärmt und lebt von tausend Leben, Die alle dich, Unendlicher, erheben, Zerflossen in melodischem Gesang, Wie tönt des Jubels himmlischer Gesang! Wie tönt der Freude hoch erhabner Klang! Und ich allein bin stumm - nein, tön es aus, o Harfe, Schall, Lob des HErrn, in seines Staubes Harfe.
Verstumm, Natur, umher und horch der hohen Harfe, Dann GOtt entzittert ihr, Hör auf, du Wind, durchs Laub zu sausen, Hör auf, du Strom, durchs Feld zu brausen, Und horcht und betet an mit mir: GOtt tuts, wenn in den weiten Himmeln Planeten und Kometen wimmeln, Wenn Sonnen sich um Achsen drehn Und an der Erd vorüberwehn.
GOtt - wenn der Adler Wolken teilet, Von Höhen stolz zu Tiefen eilet Und wieder auf zur Sonne strebt. GOtt - wenn der West ein Blatt beweget, Wenn auf dem Blatt ein Wurm sich reget, Ein Leben in dem Wurme lebt Und hundert Fluten in ihm strömen, Wo wieder junge Würmchen schwimmen, Wo wieder eine Seele webt.
Und willst du, HErr, so steht des Blutes Lauf, So sinkt dem Adler sein Gefieder, So weht kein West mehr Blätter nieder, So hört des Stromes Eilen auf, Schweigt das Gebraus empörter Meere, Krümmt sich kein Wurm und wirbelt keine Sphäre - O Dichter, schweig: zum Lob des kleinen Myriaden, Die sich in diesen Meeren baden, Und deren Sein noch keines Aug durchdrang, Ist totes Nichts dein feurigster Gesang.
Doch bald wirst du zum Thron die Purpurflügel schwingen, Dein kühner Blick noch tiefer, tiefer dringen, Und heller noch die Engelharfe klingen; Dort ist nicht Abend mehr, nicht Dunkelheit, Der HErr ist dort und Ewigkeit!
Der Eroberer
Dir, Eroberer, dir schwellet mein Busen auf, Dir zu fluchen den Fluch glühenden Rachedursts, Vor dem Auge der Schöpfung, Vor des Ewigen Angesicht!
Wenn den horchenden Gang über mir Luna geht, Wenn die Sterne der Nacht lauschend heruntersehn, Träume flattern - umflattern Deine Bilder, o Sieger, mich
Und Entsetzen um sie - Fahr ich da wütend auf, Stampfe gegen die Erd, schalle mit Sturmgeheul Deinen Namen, Verworfner, In die Ohren der Mitternacht.
Und mit offenem Schlund, welcher Gebirge schluckt, Ihn das Weltmeer mir nach - ihn mir der Orkus nach Durch die Hallen des Todes - Deinen Namen, Eroberer!
Ha! dort schreitet er hin - dort, der Abscheuliche, Durch die Schwerter, er ruft (und du, Erhabner, hörsts), Ruft, ruft: Tötet und schont nicht, Und sie töten und schonen nicht.
Steigt hoch auf das Geheul - röcheln die Sterbenden Unterm Blutgang des Siegs - Väter, aus Wolken her Schaut zur Schlachtbank der Kinder, Väter, Väter, und fluchet ihm.
Stolz auf türmt er sich nun, dampfendes Heldenblut Trieft am Schwert hin, herab schimmerts, wie Meteor, Das zum Weltgericht winket - Erde, fleuch! der Erobrer kommt.
Ha! Eroberer, sprich: Was ist dein heißester, Dein gesehntester Wunsch? - Hoch an des Himmels Saum Einen Felsen zu bäumen, Dessen Stirne der Adler scheut,
Dann hernieder vom Berg, trunken von Siegeslust, Auf die Trümmer der Welt, auf die Erobrungen Hinzuschwindeln, im Taumel Dieses Anblicks hinweggeschaut.
O ihr Wißt es noch nicht, welch ein Gefühl es ist, Welch Elysium schon in dem Gedanken blüht, Bleicher Feinde Entsetzen, Schrecken zitternder Welt zu sein,
Mit allmächtigem Stoß hoch aus dem Pole, dann Auszustoßen die Welt, fliegenden Schiffen gleich Sternenan sie zu rudern, Auch der Sterne Monarch zu sein.
Dann vom obersten Thron, dort wo Jehova stand, Auf der Himmel Ruin, auf die zertrümmerte Sphären niederzutaumeln - O das fühlt der Erobrer nur!
Wenn die blühendste Flur, jugendlich Eden gleich, Überschüttet vom Fall stürzender Felsen traurt, Wenn am Himmel die Sterne Blassen, Flammen der Königsstadt
Aufgegeißelt vom Sturm gegen die Wolken wehn, Tanzt dein trunkener Blick über die Flammen hin. Ruhm nur hast du gedürstet, Kauf ihn, Welt, - und Unsterblichkeit.
Ja, Eroberer, Ja - du wirst unsterblich sein. Röchelnd hofft es der Greis, du wirst unsterblich sein, Und der Wais und die Witwe Hoffen, du wirst unsterblich sein.
Schau gen Himmel, Tyrann - wo du der Sämann warst, Dort vom Blutgefild stieg Todeshauch himmelan, Hinzuheulen in tausend Wettern über dein schauendes
Haupt! wie bebt es in dir! schauert dein Busen! - Ha! Wär mein Fluch ein Orkan, könnt durch die Nacht einher Rauschen, geißeln die tausend Wetterwolken zusammen, den
Furchtbar brausenden Sturm auf dich herunter fliehn, Stürmen machen, im Drang tobender Wolken dich Dem Olympus itzt zeigen, Itzt begraben zum Erebus.
Schauer, schauer zurück, Würger, bei jedem Staub, Den dein fliegender Gang wirbelnd gen Himmel weht: Es ist Staub deines Bruders, Staub, der wider dich Rache ruft.
Wenn die Donnerposaune GOttes vom Thron itzt her Auferstehung geböt - aufführ im Morgenglanz Seiner Feuer der Tote, Dich dem Richter entgegenriss',
Ha! in wolkigter Nacht, wenn er herunterfährt, Wenn des Weltgerichts Waag durch den Olympus schallt, Dich, Verruchter, zu wägen Zwischen Himmel und Erebus,
An der furchtbaren Waag aller geopferten Seelen, Rache hineinnickend, vorübergehn Und die schauende Sonne Und der Mond und die horchende
Sphären und der Olymp, Seraphim, Cherubim, Erd und Himmel hineinstürzen sich, reißen sie In die Tiefe der Tiefen, Wo dein Thron steigt, Eroberer!
Und du da stehst vor GOtt, vor dem Olympus da, Nimmer weinen, und nun nimmer Erbarmen flehn, Reuen nimmer, und nimmer Gnade finden, Erobrer, kannst,
O dann stürze der Fluch, der aus der glühenden Brust mir schwoll, in die Waag, donnernd wie fallende Himmel - reiße die Waage Tiefer, tiefer zur Höll hinab,
Dann, dann ist auch mein Wunsch, ist mein gefluchtester, Wärmster, heißester Fluch ganz dann gesättiget, O dann will ich mit voller Wonn, mit allen Entzückungen
Am Altare vor dir, Richter, im Staube mich Wälzen, jauchzend den Tag, wo er gerichtet ward, Durch die Ewigkeit feiren, Will ich nennen den schönen Tag!
Empfindungen der Dankbarkeit
beim Namensfeste Ihro Excellenz der Frau Reichsgräfin von Hohenheim
I. Von der Akademie
Ein großes Fest! - Laßt, Freunde, laßt erschallen! - Ein schönes Fest weckt uns zu edler Lust! Laßt himmelan den stolzen Jubel hallen, Und Dankgefühl durchwalle jede Brust.
Einst wollte die Natur ein Fest erschaffen, Ein Fest, wo Tugenden mit Grazien Harmonisch ineinandertrafen Und in dem schönsten Bunde sollten stehn,
Und dieses Fest aufs reizendste zu zieren, Sah die Natur nach einem Namen um - Franziskens Namen sollt es führen, So war das Fest ein Heiligtum!
Und dieses Fest, ihr Freunde, ist erschienen, Euch jauchz ichs mit Entzücken zu! Jauchzt, Freunde, jauchzt mir nach: Es ist erschienen, Und hüpft empor aus tatenloser Ruh!
Heut wird kein Ach gehört - heut fließet keine Träne; Nur froher Dank steigt himmelwärts! Die Luft erschallt von jubelndem Getöne, Franziskens Name lebt durch jedes Herz.
Sie ist der Dürftgen Trost - sie gibt der Blöße Kleider, Dem Durste gibt sie Trank, dem Hunger Brot! Die Traurigen macht schon ihr Anblick heiter Und scheucht vom Krankenlager weg den Tod.
Ihr Anblick segenvoll - wie Sonnenblick den Fluren, Wie wenn vom Himmel Frühling niederströmt, Belebend Feuer füllt die jauchzende Naturen, Und alles wird mit Strahlen überschwemmt,
So lächelt alle Welt - So schimmern die Gefilde, Wenn sie wie Göttin unter Menschen geht, Von ihr fließt Segen aus und himmelvolle Milde Auf jeden, den ihr sanfter Blick erspäht,
Ihr holder Name fliegt hoch auf des Ruhmes Flügeln, Unsterblichkeit verheißt ihr jeder Blick, Im Herzen thronet sie - und Freudentränen spiegeln Franziskens holdes Himmelbild zurück.
So wandelt sie dahin auf Rosenpfaden, Ihr Leben ist die schönste Harmonie, Umglänzt von tausend tugendsamen Taten, Seht die belohnte Tugend! - Sie!
O Freunde, laßt uns nie von unsrer Ehrfurcht wanken, Laßt unser Herz Franziskens Denkmal sein! So werden wir mit niedrigen Gedanken Niemalen unser Herz entweihn!
II. Von der Ecole des Demoiselles
Elysische Gefühle drängen Des Herzens Saiten zu Gesängen, Ein teurer Name weckte sie. - Schlägt nicht der Kinder Herz mit kühnern Schlägen Der sanften Mutter Freudenfest entgegen Und schmilzt dahin in Wonnemelodie? Wie sollten wir jetzt fühllos schweigen, Da tausend Taten uns bezeugen, Da jeder Mund - da jedes Auge spricht; - Ist uns Franziska Mutter nicht?
Erlauben Sie dem kindlichen Entzücken, Sich Ihnen heute scheu zu nahn, O sehen Sie mit mütterlichen Blicken, Was, unsre innige Verehrung auszudrücken, Wir Ihnen darzubringen wagen, an! Erlauben Sie der schüchternen Empfindung, Für Sie, der Mütter würdigste, zu glühn, Erlauben Sie die kühne, stolze Wendung - Denn heute, heut dem Dank sich zu entziehn, Wär Frevel, wär die sträflichste Verblendung!
Wenn Dankbarkeit, die aus dem Herzen fließet, Wenn der Verspruch, stets auf der Tugend Pfad zu gehn, Wenn Tränen, die die sanfte Rührung gießet, Wenn Wünsche, die empor zum Himmel flehn, O wenn der Seelen feurigstes Empfinden Die Huld der besten Mutter lohnen könnten, Wie ganz sollt unser Wesen nur Empfindung sein! Nie sollten unsre Tränen, nie versiegen, Zum Himmel sollten ewig unsre Wünsche fliegen, Franzisken wollten wir ein ganzes Leben weihn!
Doch wenn auch das Gefühl, das unser Herz durchflossen, Bei aller Liebe reichlichem Genuß, Womit Sie, Edelste! uns übergossen, Erröten und erlahmen muß So hebt uns doch das selige Vertrauen: Franziska wird mit gnadevollem Blick Auf ihrer Töchter schwaches Opfer schauen - Franziska stößt die Herzen nie zurück! Und feuervoller wird der Vorsatz uns beleben, Dem Meisterbild der Tugend nachzustreben!
Der Venuswagen
Klingklang! Klingklang! kommt von allen Winden, Kommt und wimmelt scharenweis. Klingklang! Klingklang! was ich will verkünden, Höret, Kinder Prometheus'!
Welkes Alter - rosenfrische Jugend, Warme Jungen mit dem muntern Blut, Spröde Damen mit der kalten Tugend, Blonde Schönen mit dem leichten Mut!
Philosophen - Könige - Matronen, Deren Ernst Kupidos Pfeile stumpft, Deren Tugend wankt auf schwanken Thronen, Die ihr (nur nicht über euch) triumpht.
Kommt auch ihr, ihr sehr verdächtgen Weisen, Deren Seufzer durch die Tempel schwärmt, Stolz prunkieret, und vielleicht den leisen Donner des Gewissens überlärmt,
Die ihr in das Eis der Bonzenträne Eures Herzens geile Flammen mummt, Pharisäer mit der Janusmiene! Tretet näher - und verstummt.
Die ihr an des Lebens Blumenschwelle In der Unschuld weißem Kleide spielt, Noch nicht wilder Leidenschaften Bälle, Unbefleckten Herzens feiner fühlt,
Die ihr schon gereift zu ihren Giften Im herkulschen Scheidweg stutzend steht, Hier die Göttin in den Ambradüften, Dort die ernste Tugend seht,
Die ihr schon vom Taumelkelch berauschet In die Arme des Verderbens springt, Kommt zurücke, Jünglinge, und lauschet, Was der Weisheit ernste Leier singt.
Euch zuletzt noch, Opfer des Gelustes, Ewig nimmer eingeholt vom Lied, Haltet still, ihr Söhne des Verlustes! Zeuget wider die Verklagte mit.
Klingklang! Klingklang! schimpflich hergetragen Von des Pöbels lärmendem Hussah! Angejochet an den Hurenwagen Bring ich sie, die Metze Zypria.
Manch Histörchen hat sie aufgespulet, Seit die Welt um ihre Spindel treibt, Hat sie nicht der Jahrzahl nachgebuhlet, Die sich vom verbotnen Baume schreibt?
Hum! Bis hieher dachtest dus zu sparen? Mamsell! Gott genade dich! Wiß! so sauber wirst du hier nicht fahren Als im Arm von deinem Ludewig.
Noch so schelmisch mag dein Auge blinzen, Noch so lächeln dein verhexter Mund, Diesen Richter kannst du nicht scharwenzen Mit gestohlner Mienen Gaukelbund.
Ja so heule - Metze, kein Erbarmen! Streift ihr keck das seidne Hemdchen auf. Auf den Rücken mit den runden Armen! Frisch! und patschpatsch! mit der Geißel drauf.
Höret an das Protokoll voll Schanden, Wie's die Garstge beim Verhöre glatt Weggelogen oder gleich gestanden Auf den Zuspruch dieser Geißel hat.
Volkbeherrscher, Götter unterm Monde, Machtumpanzert zu der Menschen Heil, Hielt die Buhlin mit dem Honigmunde Eingemauert im Serail.
O da lernen Götter - menschlich fühlen, Lassen sich fast sehr herab zum - Vieh, Mögt ihr nur in Nasos Chronik wühlen, Schnakisch stehts zu lesen hie.
Wollt ihr Herren nicht skandalisieren, Werft getrost den Purpur in den Kot, Wandelt wie Fürst Jupiter auf vieren, So erspart ihr ein verschämtes Rot.
Nebenbei hat diese Viehmaskierung Manchem Zeus zum Wunder angepaßt, Heil dabei der weisen Volksregierung, Wenn der Herrscher auf der Weide grast!
Dem Erbarmen dorren ihre Herzen (O auf Erden das Elysium), Durch die Nerven bohren Höllenschmerzen, Kehren sie zu wilden Tigern um.
Lose Buben mäkeln mit dem Fürstensiegel, Kreaturen vom gekrönten Tier, Leihen dienstbar seiner Wollust Flügel Und ermauscheln Kron und Reich dafür.
Ja die Hure (laßts ins Ohr euch flistern) Bleibt auch selbst im Kabinett nicht stumm, In dem Uhrwerk der Regierung nistern Öfters Venusfinger um.
Blinden Fürsten dienet sie zum Stocke, Blöden Fürsten ist sie Bibelbuch. Kam nicht auch aus einem Weiberrocke Einst zu Delphos Götterspruch?
Mordet! Raubet! Lästert, ja verübet, Was nur greulich sich verüben läßt - Wenn ihr Lady Pythia betrübet, O so haltet eure Köpfe fest!
Ha! wie manchen warf sie von der Höhe! Von dem Rumpf wie manchen Biederkopf! Und wie manchen hub die geile Fee, Fragt warum? - Um einen dicken Zopf.
Dessen Siegesgeiz die Erde schrumpfte, Dessen tolle Diademenwut Gegen Mond und Sirius triumphte, Hoch gehoben von der Sklaven Blut,
Dem am Markstein dieser Welt entsunken Jene seltne Träne war, Vom Saturnus noch nicht aufgetrunken, Nie vergossen, seit die Nacht gebar,
Jenen Jüngling, der mit Riesenspanne Die bekannte Welt umgriff, Hielte sie zu Babylon im Banne, Und das - Weltpopanz entschlief.
Manchen hat ins Elend sie gestrudelt, Eingetrillert mit Sirenensang, Dem im Herzen warme Kraft gesprudelt Und des Ruhms Posaune göttlich klang.
An des Lebens Vesten leckt die Schlange, Geifert Gift ins hüpfende Geblüt, Knochen dräuen aus der gelben Wange, Die nun aller Purpur flieht.
Hohl und hager, wandelnde Gerippe, Keuchen sie in des Cocytus Boot. Gebt den Armen Stundenglas und Hippe, Huh! - und vor euch steht der Tod.
Jünglinge, o schwöret ein Gelübde, Grabet es mit goldnen Ziffern ein: Fliehet vor der rosigten Charybde, Und ihr werdet Helden sein.
Tugend stirbet in der Phrynen Schoße, Mit der Keuschheit fliegt der Geist davon, Wie der Balsam aus zerknickter Rose, Wie aus rißnen Saiten Silberton.
Venus' Finger bricht des Geistes Stärke, Spielet gottlos, rückt und rückt An des Herzens feinem Räderwerke, Bis der Seiger des Gewissens - lügt.
Eitel ringt, und wenn es Schöpfung sprühte, Eitel ringt das göttlichste Genie, Martert sich an schlappen Saiten müde, Wohlklang fließt aus toten Trümmern nie. -
Manchen Greisen, an der Krücke wankend, Schon hinunter mit erstarrtem Fuß In den Abgrund des Avernus schwankend, Neckte sie mit tödlich süßem Gruß.
Quälte noch die abgestumpften Nerven Zum erstorbnen Schwung der Wollust auf, Drängte ihn, die träge Kraft zu schärfen, Frisch zu spornen zäher Säfte Lauf.
Seine Augen sprühn erborgte Strahlen, Tödlich munter springt das schwere Blut, Und die aufgejagten Muskeln prahlen Mit des Herzens letzlichem Tribut.
Neuverjüngt beginnt er aufzuwarmen, All sein Wesen zuckt in einem Sinn, Aber husch! entspringt sie seinen Armen, Spottet ob dem matten Kämpfer hin.
Was für Unfug in geweihten Zellen Hat die Hexe nicht schon angericht'? Laßt des Doms Gewölbe Rede stellen, Das den leisen Seufzer lauter spricht.
Manche Träne - aus Pandoras Büchse - Sieht man dort am Rosenkranze glühn, Manchen Seufzer vor dem Kruzifixe Wie die Taube vor dem Stößer fliehn.
Durch des Schleiers vorgeschobne Riegel Malt die Welt sich schöner, wie ihr wißt, Phantasie leiht ihren Taschenspiegel, Wenn das Kind das Paternoster küßt.
Siebenmal des Tages muß der gute Michael dem starken Moloch stehn, Beide prahlen mit gleich edlem Blute, Jeder, wißt ihr, heißt den andern gehn.
Puh! da splittert Molochs schwächres Eisen! (Armes Kind! wie bleich wirst du!) In der Angst (wer kann es Vorsatz heißen?) Wirft sie ihm die Zitternadel zu.
Junge Witwen - vierzigjährge Zofen Feuriger Komplexion, Die schon lange auf - Erlösung hoffen, Allzufrüh der schönen Welt entflohn,
Braune Damen - rabenschwarzen Haares, Schwergeplagt mit einem siechen Mann, Fassen oft - die Hörner des Altares, Weil der Mensch nicht helfen kann.
Fromme Wut begünstigt heiße Triebe, Gibt dem Blute freien Schwung und Lauf Ach zu oft nur drückt der Gottesliebe Aphrodite ihren Stempel auf.
Nymphomanisch schwärmet ihr Gebete (Fragt Herrn Doktor Zimmermann), Ihren Himmel - sagt! was gilt die Wette? - Malt zum Küssen euch ein Tizian! -
Selbst im Rathaus hat sies angesponnen, Blauen Dunst Asträen vorgemacht, Die geschwornen Richter halb gewonnen, Ihres Ernstes Falten weggelacht.
Inquisitin ließ das Halstuch fallen, Jeder meinte, sei von ohngefähr! Potz! da liegts wie Alpen schwer auf allen, Närrisch spukts um unsern Amtmann her.
Sprechet selbst - was war dem Mann zu raten, Dies verändert doch den Statum sehr. - "Inquisitin muß man morgen laden, Heute geb ich gütliches Verhör."
Und - wär nicht Frau Amtmännin gekommen (Unserm Amtmann krachts im sechsten Sinn), Wär der Balg ins Trockne fortgeschwommen, Dank seis der Frau Amtmännin!
Auch den Klerus (denkt doch nur, die Lose), Selbst den Klerus hat sie kalumniert. Aber gelt! - mit einem derben Stoße Hat man dir dein Lügenmaul pitschiert.
Damen, die den Bettelsack nun tragen, Ungeschickt zu weiterem Gewinst, Matte Ritter, die Schamade schlagen, Invaliden in dem langen Dienst,
Setzt sie (wie's auch große Herren wissen) Mit beschnittner Pension zur Ruh, Oder schickt wohl gar die Leckerbissen Ihrer Feindin - Weisheit zu.
(Weine, Weisheit, über die Rekruten, Die dir Venus Aphrodite schickt, Sie verhüllen unter frommen Kutten Nur den Mangel, der sie heimlich drückt.
Würde Amors Talisman sie rühren, Nur ein Hauch von Zypern um sie wehn - O sie würden hurtig desertieren Und zur alten Fahne übergehn.) -
Sehet, und der Lüstlingin genüget Auch nicht an des Torus geiler Brunst, Selbst die Schranken des Geschlechts besieget Unnatürlich ihre Schlangenkunst.
Denket - doch ob dieser Schandenliste Reißt die Saite, und die Zunge stockt; Fort mit ihr aufs schimpfliche Gerüste, Wo das Aas den fernen Adler lockt.
Dorten soll mit Feuergriffel schreiben Auf ihr Buhlinangesicht das Wort: Tod: der Henker - so gebrandmarkt treiben Durch die Welt die Erzbetrügrin fort.
So gebot der weise Venusrichter. Wie der weise Venusrichter hieß? Wo er wohnte? Wünscht ihr von dem Dichter Zu vernehmen - so vernehmet dies:
Wo noch kein Europersegel brauste, Kein Kolumb noch steuerte, noch kein Cortez siegte, kein Pizarro hauste, Wohnt auf einem Eiland - Er allein.
Dichter forschten lange nach dem Namen - Vorgebirg des Wunsches nannten sies, Die Gedanken, die bis dahin schwammen, Nanntens - das verlorne Paradies.
Als vom ersten Weibe sich betrügen Ließ der Männer erster, kam ein Wasserstoß, Riß, wenn Sagen Helikons nicht lügen, Von vier Welten diese Insel los.
Einsam schwimmt sie im Atlantschen Meere, Manches Schiff begrüßte schon das Land, Aber ach - die scheiternde Galeere Ließ den Schiffer tot am Strand.
Trauerode
auf den Tod des Hauptmanns Wiltmaister
Grimmig wirgt der Tod durch unsre Glieder, - Dumpfig heult die Leichendrummel wieder, Schon ein neuer ist hinweggerafft; Mit gesenktem Schießgewehre wanken Graue Krieger nach des Kirchhofs Schranken, Wo der tapfre, brave Müller schlaft.
Brüder, kommt! - erblasset! - schauert! zittert! Bebe jetzt, den niemals nichts erschüttert, Grabgefühle schauern durch sein Mark. Sehet! Alles, was wir Leben hießen, Was wir liebten, was wir selig priesen, Liegt vereitelt in dem schmalen Sarg.
Von dem Antlitz alles Rot gesunken, Aus den Augen alle Lebensfunken Weggelöschet in chaotsche Nacht - Seine Mienen, sein holdselig Lächeln Weggeblasen mit dem Sterberöcheln, Ewig, ewig nimmer angefacht! -
Nie vom Sturm der Leidenschaft durchwühlet, Wie ein Bach durch Blumenbette spielet, Floß sein Leben hin in Melodie - Ha! was ist nun, was am schönsten schmeichelt? Nichts als Larve, die der Tod uns heuchelt Und dann auf dem Sarg zerreißt er sie.
Auf des Menschen kaltem, starrem Rumpfe Sterben seine wirblende Triumphe, Röchlen all in ein Gewimmer aus - Glück und Ruhm zerflattern auf dem Sarge, Könige und Bettler, Feige, Starke Ziehn hinunter in das Totenhaus.
Aber frei erhoben über Grüfte Fliegt der Geist in des Olympus Lüfte, Triumphierend, wie ein Adler steigt, Wann sein Wohnsitz, die erhabne Tanne, Niederkracht im tobenden Orkane Und der Nordsturm Wälder niederbeugt.
Zieh auch du, geliebter, teurer Streiter, Auf den Flügeln unsrer Donner weiter, Keine Tränen schicken wir dir mit - Mit Geheule und mit Weiberklagen Mag man andre zu dem Grabe tragen, Pulverdonner ist der Krieger Wiegenlied. -
Weinend geht man deinen Sarg vorüber, Selbst des Mannes Auge wird jetzt trüber, Und die Helden Carls betrauren dich. - Geh dahin mit dieser stolzen Ehre, Prahle dort in der Verklärten Heere: Sie, die Helden Carls, betrauren mich!
Sie, die Helden, eilen dir entgegen Unter Donner und der Kugeln Regen, Krieger zittern vor dem Tode nicht - Ihm entgegen gehen wir mit Hohne Unterm Dampf der brüllenden Kanone, Wann er reißend durch die Glieder bricht -
Und dann droben finden wir dich wieder, Legen dort das müde Eisen nieder, Drücken dich an unsre warme Brust, Dann wird alles, wie von Morgenwinden Weggeweht, ein leichter Traum, verschwinden Und nichts bleiben als die Lust.
Anthologie auf das Jahr 1782
Die Journalisten und Minos
Mir kam vor wenig Tagen, Wie? fragt mich eben nicht, Vom Reich der ewgen Plagen Die Zeitung zu Gesicht.
Sonst frag ich diesem Essen, Wo noch kein Kopf zerbrach, Dem Freikorps unsrer Pressen, Wie billig, wenig nach.
Doch eine Randgloss lockte Itzt meinen Fürwitz an, Denkt! wie das Blut mir stockte, Als ich das Blatt begann:
"Seit zwanzig herben Jahren" (Die Post, versteht sich, muß Ihr saures Stündchen fahren Hieher vom Erebus)
"Verschmachteten wir Arme In bittrer Wassernot, Die Höll kam in Alarme Und foderte den Tod.
Den Styx kann man durchwaten, Im Lethe krebset man, Freund Charon mag sich raten, Im Schlamme liegt sein Kahn.
Keck springen schon die Tote Hinüber, jung und alt, Der Schiffer kommt vom Brote Und flucht die Hölle kalt.
Fürst Minos schickt Spionen Nach allen Grenzen hin, Die Teufel müssen fronen, Ihm Kundschaft einzuziehn.
Juhe! Nun ists am Tage! Erwischt das Räubernest! Heraus zum Freudgelage! Komm, Hölle, komm zum Fest!
Ein Schwarm Autoren spükte Um des Cocytus Rand, Ein Tintenfäßchen schmückte Die ritterliche Hand,
Hier schöpften sie, zum Wunder, Wie Buben süßen Wein In Röhren von Holunder, Den Strom in Tonnen ein.
Husch! Eh sie sichs versahen! Die Schlingen über sie! - Man wird euch schön empfahen, Kommt nur nach Sanssouci.
Schon wittert' sie der König, Und wetzte seinen Zahn, Und schnauzte drauf nicht wenig Die Delinquenten an.
Aha! sieht man die Räuber? Wes Handwerks? Welches Lands? ›Sind teutsche Zeitungsschreiber!‹ Da haben wir den Tanz!
Schon hätt ich Lust, gleichbalden Euch, wie ihr geht und steht, Beim Essen zu behalten, Eh euch mein Schwager mäht.
Doch schwör ichs hier beim Styxe, Den eure Brut bestahl! Euch Marder und euch Füchse Erwartet Schand und Qual!
Solange, bis er splittert, Spaziert zum Born der Krug! Was nur nach Dinten wittert, Entgelte den Betrug!
Herab mit ihren Daumen! Laßt meinen Hund heraus! Schon wässert ihm der Gaumen Nach einem solchen Schmaus.
Wie zuckten ihre Waden Vor dieses Bullen Zahn! Es schnalzen Seine Gnaden, Und Joli packte an.
Man schwört, daß noch der Stumpen Sich krampfigt eingedruckt, Den Lethe auszupumpen Noch gichterisch gezuckt."
Und nun, ihr guten Christen, Beherziget den Traum! Fragt ihr nach Journalisten, So sucht nur ihren Daum'!
Sie bergen oft die Lücken, Wie Jauner ohne Ohr Sie helfen mit Perücken, - Probatum! Gut davor!
Phantasie an Laura
Meine Laura! Nenne mir den Wirbel, Der an Körper Körper mächtig reißt, Nenne, meine Laura, mir den Zauber, Der zum Geist monarchisch zwingt den Geist.
Sieh! er lehrt die schwebenden Planeten Ewgen Ringgangs um die Sonne fliehn Und, gleich Kindern um die Mutter hüpfend, Bunte Zirkel um die Fürstin ziehn;
Durstig trinkt den goldnen Strahlenregen Jedes rollende Gestirn, Trinkt aus ihrem Feuerkelch Erquickung, Wie die Glieder Geister vom Gehirn.
Sonnenstäubchen paart mit Sonnenstäubchen Sich in trauter Harmonie, Sphären ineinander lenkt die Liebe, Weltsysteme dauren nur durch sie.
Tilge sie vom Uhrwerk der Naturen - Trümmernd auseinander springt das All, In das Chaos donnern eure Welten, Weint, Newtone, ihren Riesenfall!
Tilg die Göttin aus der Geister Orden, Sie erstarren in der Körper Tod, Ohne Liebe kehrt kein Frühling wieder, Ohne Liebe preist kein Wesen Gott!
Und was ists, das, wenn mich Laura küsset, Purpurflammen auf die Wangen geußt, Meinem Herzen raschern Schwung gebietet, Fiebrisch wild mein Blut von hinnen reißt?
Aus den Schranken schwellen alle Sennen, Seine Ufer überwallt das Blut, Körper will in Körper überstürzen, Lodern Seelen in vereinter Glut;
Gleich allmächtig wie dort in der toten Schöpfung ewgen Federtrieb Herrscht im arachneischen Gewebe Der empfindenden Natur die Lieb.
Siehe, Laura, Fröhlichkeit umarmet Wilder Schmerzen Überschwung, An der Hoffnung Liebesbrust erwarmet Starrende Verzweifelung.
Schwesterliche Wollust mildert Düstrer Schwermut Schauernacht, Und entbunden von den goldnen Kindern Strahlt das Auge Sonnenpracht.
Waltet nicht auch durch des Übels Reiche Fürchterliche Sympathie? Mit der Hölle buhlen unsre Laster, Mit dem Himmel grollen sie.
Um die Sünde flechten Schlangenwirbel Scham und Reu, das Eumenidenpaar, Um der Größe Adlerflügel windet Sich verrätrisch die Gefahr.
Mit dem Stolze pflegt der Sturz zu tändeln, Um das Glück zu klammern sich der Neid, Ihrem Bruder Tode zuzuspringen Offnen Armes Schwester Lüsternheit.
Mit der Liebe Flügel eilt die Zukunft In die Atme der Vergangenheit, Lange sucht der fliehende Saturnus Seine Braut - die Ewigkeit.
Einst - so hör ich das Orakel sprechen - Einsten hascht Saturn die Braut, Weltenbrand wird Hochzeitfackel werden, Wenn mit Ewigkeit die Zeit sich traut.
Eine schönere Aurora röter, Laura, dann auch unsrer Liebe sich, Die so lang als jener Brautnacht dauert, Laura! Laura! freue dich!
Bacchus im Triller
Trille! Trille! blind und dumm, Taub und dumm, Trillt den saubern Kerl herum! Manches Stück von altem Adel, Vetter, hast du auf der Nadel. Vetter, übel kommst du weg! Manchen Kopf mit Dampf gefüllet, Manchen hast du umgetrillet, Manchen klugen Kopf berülpet, Manchen Magen umgestilpet, Umgewälzt in seinem Speck, Manchen Hut krumm aufgesetzet, Manches Lamm in Wut gehetzet, Bäume, Hecken, Häuser, Gassen Um uns Narren tanzen lassen. Darum kommst du übel weg, Darum wirst auch du getrillet, Wirst auch du mit Dampf gefüllet, Darum wirst auch du berülpet, Wird dein Magen umgestilpet, Umgewälzt in seinem Speck, Darum kommst du übel weg.
Trille! Trille! blind und dumm, Taub und dumm, Trillt den saubern Kerl herum! Siehst, wie du mit unsern Zungen, Unserm Witz bist umgesprungen, Siehst du itzt, du lockrer Specht? Wie du uns am Seil gezwirbelt, Uns im Ring herumgewirbelt, Daß uns Nacht ums Auge grauste, Daß's uns in den Ohren sauste, Lerns in deinem Käfigt recht! Daß wir vor dem Ohrgebrümmel Nimmer Gottes blauen Himmel, Nimmer sahen Stock und Steine, Knackten auf die lieben Beine. Siehst du itzt, du lockrer Specht? Daß wir Gottes gelbe Sonne Für die Heidelberger Tonne, Berge, Bäume, Türme, Schlösser Angesehn für Schoppengläser, Lernst dus itzt, du lockrer Specht? Lerns in deinem Käfigt recht!
Trille! Trille! blind und dumm, Taub und dumm, Trill den saubern Kerl herum! Schwager, warst doch sonst voll Ränke, Schwager, wo nun deine Schwänke, Deine Pfiffe, schlauer Kopf? Ausgepumpt sind deine Pfiffe, Und zum Teufel sind die Kniffe! Albern wie ein Stutzer plaudern, Wie ein Waschweib wirst du kaudern, Junker ist ein seichter Tropf. Nun, so weißt dus - magst dich schämen, Magst meintwegen Reißaus nehmen, Dem Hollunken Amor rühmen, Dran er soll Exempel nehmen.
Fort, Bärnhäuter! tummle dich! Unser Witz, aus Glas gekerbet, Wie der Blitz ist er zerscherbet; Soll dich nicht der Triller treiben, Laß die Narrenspossen bleiben! Hasts verstanden? Denk an mich! Wüster Vogel, packe dich!
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