Biografie von Weerth

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Georg Weerth wurde am 17. Februar 1822 als Sohn eines Generalsuperintendenten in Detmold geboren. Mit acht Jahren besuchte er das Gymnasium in Detmold, welches er 1836 mit der Sekundarreife abschloss. Daraufhin begann er einer kaufmännischen Lehre bei der Firma J. H. Brink und Comp. in Elberfeld. Wenige später starb sein Vater sowie seine Schwester Charlotte. Ab 1837 hatte er Kontakt zu Ferdinand Freiligrath, der aus dem Nachbarhaus in Detmold stammte. 1839 suchte er nach einer Stelle in Buenos Aires, nahm aber letztlich das Angebot der Firma des Grafen Meinertshagen in Köln für eine Stelle als Buchhalter an. Ende 1841 wurde Weerth von Friedrich aus'm Weerth eine Stelle als Korrespondent in dessen Firma in Bonn angeboten, was er auch annahm. 1842 besuchte er Vorlesungen über Kunst und Literatur an der Universität Bonn. Ein Jahr später kam es zum Konflikt mit Friedrich aus'm Weerth, nachdem Weerth Informationen aus einem vertraulichen Brief des Oberbürgermeisters weitergegeben und damit dessen Opportunismus offengelegt hatte. Weerth verließ die Firma und suchte nach einer Stellung in England. In London suchte er vergeblich nach Arbeit. Wenige Monate später erhielt er durch Vermittlung von Georg Gruber eine Stellung in der Textilfirma Th. Passavant und Comp. im englischen Bradford. Nach kurzem Aufenthalt in Detmold verließ Weerth Deutschland und siedelt nach Bradford. Im Jahre 1844 lernte Weerth sozialistische und kommunistische Ideen kennen und beschäftigte sich mit den Problemen des englischen Proletariats. Im April 1846 wurde er Agent der Bradforder Firma Emanuel & Son für Belgien, Holland und Frankreich und unternahm Geschäftsreisen durch diese Länder. Er verwarf den Plan einer Herausgabe seiner gesammelten Gedichte. Anfang 1848 reiste er nach Paris, um an der Februarrevolution teilzunehmen. Nach der Märzrevolution reiste er nach Köln und bereitete die Herausgabe einer Zeitung vor. Am 1. Juni 1848 erschien die erste Ausgabe der »Neuen Rheinischen Zeitung« unter dem Chefredakteur Karl Marx, wobei Weerth Redakteur des Feuilletonteils war. Nach der Ausweisung von Karl Marx aus Deutschland im Jahre 1849 erschien die letzte Ausgabe der »Neuen Rheinischen Zeitung«. Anschließend ging Weerth  nach Lüttich, jeodch wurde er später aus Belgien ausgewiesen. Im Juli 1849 Juli erfuht er, dass er von der Korrektionell-Appellationskammer in Köln wegen seines Romans “Schnapphahnski” zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Wenige Monate später siedelte er nach London. Im Januar 1850 verwarf der Königliche Revisions- und Kassationshof in Berlin Weerths Einsprüche gegen seine Verurteilung; vom 25. Februar - 26. Mai 1850 verbüßte seine Haftstrafe im Gefängnis Klingelpütz in Köln. Anfang 1851 zog er über Paris nach Hamburg. Bei einem Aufenthalt in Bradford hatte er engen Kontakt zu Marx und Engels, die vergeblich versuchten, Weerth zu neuer politischer und literarischer Tätigkeit zu gewinnen. Nach finanziellen Schwierigkeiten seiner Firma verließ er 1852 das Unternehmen und nahm das Angebot der Firma Steinthal für eine Agentur in Mittel- und Südamerika an, wo er sich nun länger aufhielt. Am 30. Juli 1856 starb Georg Weerth während einer Geschäftsreise in Havanna am Gelbfieber.